archäobotanik

Menschen und Pflanzen hatten schon immer eine sehr enge Verbindung. Pflanzen versorgen uns mit Nahrung, Medizin, Kleidung, Baumaterial und vielem mehr. Die Archäobotanik versucht, die Pflanzennutzung in prähistorischen Kontexten zu rekonstruieren. Wie interagierten Menschen mit ihrer Umwelt? Welche Pflanzen wurden für welche Zwecke ausgewählt, wie wurden sie gesammelt, verarbeitet und wertgeschätzt?

Makroskopische Pflanzenreste wie Früchte, Samen, vegetative Pflanzenteile und Holz stehen im Fokus meiner eigenen Forschungen. Da viele Reste aber nicht mit bloßem Auge zu erkennen sind, werden während der archäologischen Ausgrabung Bodenproben entnommen, die dann aufbereitet werden (beim sogenannten Schlämmen werden die pflanzlichen und mineralischen Bestandteile getrennt). Die Pflanzenreste werden anschließend im Labor ausgelesen und bestimmt.

Den Kontext erachte ich für ebenso wichtig wie die Funde selbst. Darum beziehe ich, wenn verfügbar, pollenanalytische Ergebnisse (zur lokalen und regionalen Vegetationsentwicklung) und archäologische Quellen (Funde und Befunde) in meine Untersuchungen ein und betrachte auch die Eigenschaften des umgebenden Sediments (Mikromorphologie).

Das Hauptinteresse meiner Forschung gilt der Rolle, die Pflanzen im täglichen Leben von Menschen spielten. Insbesondere fasziniert mich die Nutzung und Verarbeitung von Wildpflanzen. Im Rahmen meiner Dissertation untersuche ich Proben aus bronzezeitlichen (also etwa 4000 Jahre alten) Siedlungskontexten in der Steppenzone des Transurals in Russland. Generell sind aber der Archäobotanik keine chronologischen oder geographischen Grenzen gesetzt. So habe ich etwa auch schon einmal Pflanzenreste aus mittelalterlichen Latrinen in Frankfurt am Main bearbeitet.

Schauen Sie sich meine Leistungen an, wenn auch Sie archäobotanische Fragestellungen im Rahmen ihrer Ausgrabungen beantworten möchten.